Keine Feder

Warum keine Feder mehr
Nur ein Kugelschreiber
Zu mechanisch
Und die Mechanik kommt mit meinen Gedanken nicht mit
So daß die Zeilen vorneweg
Ungesungen bleiben
 
 
 
 

Als mich der Pflaumenbaum zu Sonnenaufgang
Gebeten hatte, ihm meine Stimme zu geben
Der Vogel wäre nicht mehr da
Als die Knospen am Wall gewartet hatten auf mein Lied
Die Glocke schwieg am Turm
Noch nie hatte ich solche Angst
Noch nie hatten sich solche Ringe
Um meinen Hals gelegt.

 

Ich kehre zurück zu den Sonnenschirmen,
Die ich nicht öffnen konnte; den weißen Stühlen
Vor dem alten Cafe meiner Kindheit.

Verkleidet im Schneiderkostüm und im Körper der Frau
Trippelt das kleine Mädchen zum Tisch, hält sich fest
An Großmutters Hand.

Die Stühle zu hoch, immer noch. Ich bestelle
Trockenen Weißwein, denn Himbeereis
Gibt es nicht mehr.
 
 
 

Hoffnung

Der namenlose Strauch
Ist wieder eine Forsythie
Ohne Zweifel
In der unsicheren Sonne.

Sie wird blühen.
Daß sie auf einem Friedhof steht,
Kümmert sie nicht.